17. Juli 2022

Negative Glaubenssätze

Unser Kopf denkt ununterbrochen und das hat grossen Einfluss auf unser Leben. 7 meiner negativen Glaubenssätze habe ich hier aufgegriffen, die ich überwunden und sogar positive Aspekte daraus gewonnen habe. 

Vielleicht schenken dir meine Erfahrungen Mut, deine Wahrnehmung zu überprüfen und im besten Fall positive Punkte aus deinen Glaubenssätzen für dich zu finden. Ich möchte dich an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen.

Meine Erkenntnisse bei der Aufarbeitung meiner Glaubenssätze.

Wenn wir negative Glaubenssätze immer und immer wieder denken, etabliert sie sich so stark, dass sie für uns die Wirklichkeit abbilden. 


Bei positiven Glaubenssätzen ist dies wünschenswert. Die Medaille hat bekanntlich zwei Seiten.

Einigen sind gewisse Glaubenssätze gar nicht bewusst!

Einen Glaubenssatz kann man auch Überzeugung, Annahme, Betrachtungsweise, Wissen, Wahrnehmung, Eindruck nennen.

Glaubenssätze beeinflussen unsere Gefühle und damit unser Verhalten. Wenn wir unserer Glaubenssätze kennen, können wir sie für unser Wohlbefinden und ein stabiles Selbstbewusstsein nutzen. Das habe ich am eigenen Leib erlebt. 

Was gibt es Schöneres sich zu vertrauen und das Leben mit Leichtigkeit zu leben, genau das wünsche ich dir!


Kompetenz

Nahbarer Coach

1. „Wenn ich mich als Coach mit Unzulänglichkeiten oute, wirke ich kaum als kompetente Fachperson.“

Lange Zeit habe ich wenig Persönliches von mir preisgegeben, weil ich dachte, nicht kompetent zu wirken. Als Coach hat man Haltung zu wahren und über allem zu stehen.

Korrekt ist, als Coach bin ich für die Rahmenbedingungen zuständig, damit meine Klientin ihre eigene Lösung findet. Ich darf gezielt etwas von meinen Erfahrungen preisgeben, ohne mich in den Vordergrund zu stellen. Das fördert beim Gegenüber sogar Zuversicht, Mut und schafft Vertrauen. 

Dieser Prozess hat gedauert. Sich zu zeigen bedeutet eine gewisse Verletzlichkeit zuzulassen, nahbar zu sein. Ich wollte nicht verletzt werden, das hat auch mit meiner Kindheit zu tun. Was mich lange davon abgehalten hat, mehr von meiner Persönlichkeit preiszugeben. 

Meine Ausbildung als Integral-Coach hat mich herausgefordert, mich mit mir auseinanderzusetzen. Wie oft habe ich geweint, nicht verstanden, was gerade mit mir passiert, habe Wut, Ängste oder Schmerz empfunden. Wenn diese Gefühle gross waren, habe ich meine Ausbildungen und mich infrage gestellt. 

Ich bin in meinem Leben immer meiner Angst gefolgt, weil ich wusste, – das Thema musst du lösen, ansonsten holt es dich später ein -.

Im Rückblick ein logisches Verhalten. Gut habe ich nie aufgegeben, das ist nicht meine Art. 

Jetzt fühlte es sich für mich gut an und fällt auf fruchtbaren Boden bei meinen Klientinnen, die das sehr schätzen. Übrigens hat das meiner Kompetenz keinen Abbruch getan. 


2. „Ich darf nicht so viel Geld als Coach verlangen, weil mir ansonsten meine Klientinnen wegbleiben.“

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin, dann als Coach hatte ich grosse Mühe, für meine Arbeit Geld zu verlangen.

Für meine investierte Zeit mit Vor- und Nachbereitung, meine Erfahrungen, mein Wissen, meine Aus- und Weiterbildungen, meine Räumlichkeiten … das Geld zu verlangen, das ich wert bin!

Wir wissen beide, das ist langfristig existenziell unmöglich, wenig oder kein Geld zu verlangen, um zu überleben. Dass es mit meiner persönlichen Wertschätzung zu tun haben könnte, erfuhr ich durch meinen Coach. 

Ich ging dieses Thema vertieft, mit meiner wunderbaren Kollegin an. Als ich diesen Glaubenssatz aufgelöst hatte, kamen sukzessive neue Projekte und Klientinnen auf mich zu. Das gab mir ein gutes Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Durch meinen Coach habe ich erkannt, dass es um das Thema Wertschätzung ging.

«Meine Arbeit ist nichts wert», strahlte ich aus. Dabei spielten u. a. weitere negative Glaubenssätze eine Rolle:

Andere sind besser, haben mehr Erfahrungen, sind besser ausgebildet, haben ein Studium absolviert usw. Diese queren Gedanken haben mich einige Zeit begleitet. 

Das Resonanzgesetz umfasst das recht gut. Welche Gedanken ich denke, was ich dabei empfinde und wie ich mich verhalte, zieht Menschen an oder stösst sie ab. Mein Coach motivierte mich, meinen negativen Glaubenssatz umzuformulieren:

«Ich ziehe die Menschen an, die meine Arbeit schätzen und diese bezahlen.»

Das hörte sich für mich stimmig an.

Wenn ich diesen Satz jetzt lese, empfinde ich ein leichtes und weites Gefühl im Hals-Brustbereich.

So darf es weitergehen. 

Erkenne dich selbst, sonst erkennt dich keiner!


Stopp

Nein, sagen und für sich einstehen

3. „Ich kann und darf nicht Nein sagen, ich muss Ja sagen, obwohl es sich nicht stimmig anfühlt.“

Es gibt unterschiedliche Ursachen, deren Ursprung bis in meine Kindheit zurückführen. Als ältestes von vier Geschwister, hatte ich eine Verantwortung und Vorbildfunktion zu übernehmen, weshalb ich lange nicht nein sagen konnte. Auf der anderen Seite war es bestimmt auch meine Taktik, durchs Leben zu kommen.

Ich höre diesen negativen Glaubenssatz oft bei meinen Beratungen von Frauen aus verschiedenen Generationen. Dies scheint also auch heute noch vermehrt so zu sein.  

Einige Beispiele dazu, wie ich diesen negativen Glaubenssatz erlebte:

In einer Warteschlange im Lebensmittelgeschäft habe ich Leute vorgelassen, die sich vordrängten. Geärgert hat es mich schon!

Manchmal scheute ich Konflikte. Ich wollte keinen Streit, weil ich das Gefühl hatte, zu wenig Argumente zu haben, oder Sympathien zu verlieren.

Ich lebe eine gewisse Sensibilität und Empathie. Daher glaubte ich auch eine gewisse Enttäuschung, Wünsche oder Erwartung zu spüren, obwohl sie nicht ausgesprochen wurde. Ich nahm es in Kauf, andere nicht vor den Kopf stossen oder verletzen zu wollen.

Zunehmend ärgerte ich mich über mein gehäuftes Ja sagen. Ich stellte fest, dass ich aus solchen Situationen nicht selten benachteiligt wurde. Menschen äusserten bereits offen: «Du sagst ohnehin nicht Nein.»

Ich musste etwas unternehmen, wenn ich nicht langfristig frustriert und ausgenutzt werden wollte. Grundsätzlich ist es eine positive Eigenschaft im Zusammenleben. In diesem Ausmass jedoch passte es nicht mehr für mich, ich empfand eine soziale Dysbalance.

Mein Leidensdruck hatte mich dazu bewogen, Schritte um Schritt meine Verhaltensweise anzupassen, ein- und auszuüben. 

  1. Wie fühle ich mich gerade in der Situation xy? Ich nehme meine Bedürfnisse, Empfindungen, Erwartungen mindestens genauso wahr und ernst, wie die des Gegenübers.
  2. Geht es um eine kurz- oder langfristige Situation? Wenn kurzfristig, siehe Punkt 3, wenn langfristig, bedinge ich mir Bedenkzeit aus.
  3. Kurzfristig: Jemand drängelt sich vor in der Warteschlange, äussere ich die vorbereiteten Sätze. «Vielleicht haben sie mich nicht gesehen. Darf ich sie bitten hintenan zu stehen, ich war vor ihnen da! Besten Dank.» usw.
  4. Wenn ich ein Nein ausspreche, dann lächle ich das nicht einfach weg, sondern stehe zu meinem Nein.

Meine Neins und meine klare Haltung wirken sich positiv auf mein privates und berufliches Leben aus und bedeuten ein Ja zu mir.


Meine Grenzen

Abgrenzung

4. „Du darfst nicht auffallen und musst immer lieb und nett sein.“

Wenn ich diesen Satz nur schon höre, dann dreht sich mir der Magen um.

Dieser Glaubenssatz hat sich in der Kindheit entwickelt und in meiner Berufslehre als Krankenschwester verstärkt.

Ich möchte hier niemanden die Schuld zuweisen. Das hat bestimmt auch mit dem Frauenbild zu tun. In unserem Breitengrad vielleicht etwas weniger. Doch nach wie vor sollen Frauen lieb und nett sein. Das zeigen unzählige Beratungen mit Frauen aus unterschiedlichen Generationen immer noch. Dazu habe ich bereits einige Blogbeiträge geschrieben.

Als ich mich vor über 20 Jahren Teil selbstständig gemacht habe, wurde ich eines anderen belehrt. Um mein Angebot sichtbar zu machen, musste ich eine Meinung bilden und klar äussern.

Gegenwind spürte ich hauptsächlich aus meiner Familie. Jetzt hat Anita eine eigene Meinung. Sie ist nicht mehr nur lieb und nett. Bis ich erkannte, dass diese Angst daher rührte, dass ich sie aus ihrer Komfortzone holte, wenn ich meine Meinung äusserte. Ihre Bedürfnisse wurden nicht mehr einfach abgedeckt.

Meine Teilselbstständigkeit forderte mich heraus, Mut zu haben und dranzubleiben. 

Mein Veränderungsprozess, mich klar und deutlich zu einem Thema zu äussern, fühlte sich zu Beginn falsch an. Bis ich bemerkte, das muss per se nicht falsch sein, sondern fühlte sich für mich zunächst ungewohnt an. Das ist ein enormer Unterschied.

Als ich das erkannte, half es mir, dranbleiben, auch wenn Kritik folgte. Ich nutze diese nun für Rück- oder Verständnisfragen.

Auch in meiner Familie ist Ruhe eingekehrt. Mittlerweile sind sie um eine authentische, ehrliche Meinung dankbar.  


Erholung

Bedürfnisse wahrnehmen und umsetzen

5. „Ich muss helfen, unterstützen, Dinge übernehmen.“

Diese „Rolle (Helfersyndrom)“ habe ich schon sehr früh in meiner Kindheit übernommen. Oft bedeutete das, für den Frieden zu sorgen, Verantwortung, die eigenen Bedürfnisse zurückstellen und Vorbildfunktion zu übernehmen. 

Mittlerweile weiss ich, dass jedes Kind in der Familie, wir sind 4 Geschwister, eine Rolle einnimmt. 

Das hat mich beruflich im positiven Sinn in den sozialen Bereich geführt und mich im negativen enorm herausfordert. Lange Zeit habe ich in dieser Rolle „festgesteckt“.

Mit der Zeit und durch unzählige Aus- und Weiterbildungen im Coaching-Bereich, habe ich meine Bedürfnisse kennengelernt und kann sie benennen. Ich lebe selbstbewusster und zufriedener. 

Das Wissen, um meine Position der Erstgeborene beinhaltet auch meine Schwächen und Stärken zu kennen und anzunehmen. Sie gehören zu meiner Persönlichkeit, machen mich aus. Das stärkte zunehmend mein Selbstbewusstsein und schaffte Möglichkeiten, für mich einzustehen und Grenzen zu ziehen.

Mein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein nutze ich inzwischen bewusst. Dabei setze ich es gezielt ein, indem ich mich bewusst abgrenze.

Folgende Fragen unterstützen mich zu helfen, ohne mich dabei zu vernachlässigen:

  • Welche Bedürfnisse habe ich gerade? Sind sie genügend abgedeckt?
  • Erfülle ich Erwartungen vom Gegenüber, auch wenn ich gerade daran zweifle?
  • Gebe ich mehr als ich bekomme? Ist die Balance hergestellt?
  • Nehme ich bei mir gerade eine Verbitterung oder ein ausgenützt werden wahr?

Es hört sich für dich vielleicht sehr egoistisch an, aber genau beim Helfersyndrom ist es enorm wichtig, diese Fragen zu stellen und deine Grenzen zu ziehen. Mir haben diese Fragen geholfen, weiterhin zu unterstützen und helfen, unter Berücksichtigung meiner Bedürfnisse.

Viele Frauen kennen ihre Bedürfnisse und Grenzen wenig, kaum oder lassen sie nicht zu!

Lass dir sagen, es ist nie zu spät, sie kennenzulernen, anzunehmen und sich für sie einzusetzen. Wenn ich das kann, kannst du das auch.


6. „Ich darf meine Meinung nicht äussern, ich könnte ja Unrecht haben, negativ auffallen oder nicht Ernst genommen werden.“

Dieses Verhalten ist hausgemacht. Ich habe mich selbst klein gemacht, damit andere gross wirken.
Ich hatte Angst vor meiner eigenen Grösse und da meine ich nicht meine Körpergrösse.

Das hat sich in vielen Bereichen meiner Tätigkeiten ausgewirkt. An ein Beispiel vor ein paar Jahrzehnten in einer Klinik erinnere ich mich gut, dass diesen Glaubenssatz widerspiegelt: 

Ich hatte eine etwa 65-jährige Patientin gepflegt, die eine Operation (OP) am nächsten Tag geplant hatte. Diese OP sollte ihr zukünftiges Leben stark beeinflusst. Der behandelnde Arzt hielt es nicht für nötig, die Patientin und die Familie darüber zu informieren. 

Deshalb habe ich eigenständig einen Termin für ein Familiengespräch organisiert und den behandelnden Arzt dazu gebeten. 
Im Nachhinein war das ein Donnerwetter, der Arzt gab mir zu verstehen, dass ich meine Kompetenz überschritten hätte.
Das hatte sich insofern ausgewirkt, als ich die Kündigung auf den Tisch legte. Dieses Gefühl von eingeschränkt sein, keine eigene Meinung haben zu dürfen, nicht mitdenken zu dürfen, motivierte mich zu gehen.

Ein anderes Beispiel:

In Sitzungen habe ich mich oft zurückgenommen, obwohl ich eine Meinung zum Thema hatte. Ich dachte, ich würde dann nicht mehr respektiert, oder unangenehm wirken.

Das änderte sich, als ich mich Teil selbstständig machte. Ich musste selbst entscheiden, (Eigen-) Verantwortung übernehmen, Strategien entwickeln, aus Fehlern lernen. Das alles ist für einen Erfolg entscheidend. 

Ich möchte mich nie mehr einengen lassen und mich weiter entfalten können.

Weitere Informationen dazu findest du auf der «Über mich Seite». 


7. „Ich darf nicht kritisch hinterfragen, dann halten mich die Menschen für nervig.“

Verschiedene Facetten machen mich aus, auch das kritische Hinterfragen. Ich mache mir viele Gedanken. Das kann nervig für die anderen werden oder belastet mich manchmal stark. 

Ich mag mich an meinen Sohn erinnern, als er noch klein war.
Er fragte den Leuten Löcher in den Bauch. Wenn er eine Antwort bekam, dann fragte er weiter: „Warum ist das so?“
Die Leute waren dann oft genervt. Ich fand, er stellte gute Fragen und erkannte mich in ihm.

Im Jahr 1986 hatte ich die Lehre als Krankenschwester abgeschlossen. Mein Ziel war, mich für meine Patienten als Sprachrohr einzusetzen.

Beispiele:

Es wurden Medikamente verordnet und ich hatte eine andere Meinung/Erfahrung dazu. Ein Operations- oder Untersuchungs-Termin stand nicht in Relation der Belastung für den Patienten, dann musste ich intervenieren.

Das kam nicht immer gut an. Das machte mich zunehmend unzufrieden, weil ich mich „nicht okay“ fühlte. Meine Ausbildungen im Coaching unterstützen mich dabei, wieder kritischen Fragen zu stellen.

Meiner Meinung nach, ist es in der heutigen Zeit wichtiger den je, zu hinterfragen. Wenn man bedenkt, dass der Einfluss des Algorithmus im Netz, die künstliche Intelligenz sogar zu Hause, mitentscheidet. Eine Meinungsbildung wird verunmöglicht und eine eigene Meinung «eher» unterdrückt.

Ich hinterfrage weiter und «nerve» wieder vermehrt. 

Ich motiviere dich, deine eigene Meinung zu bilden. 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit markiert.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Jetzt News-Impuls-Letter abonnieren

und du erhältst 1 bis 2 Mal im Monat Impulse, rund um Themen der Lebens-Mitte, Familien und beziehungsfördernde Kommunikation. Für ein wertschätzendes und zufriedenes Miteinander.